3D-Gebäudemodell: Bauvorhaben vor Ort visualisieren

Mit einer VR-Brille können Architekten, Bauunternehmer oder deren Kunden 3D-Gebäudemodelle am Bauort platziert betrachten. Sie erhalten damit eine stark verbesserte, realistische Einschätzung der Planung vor Ort. Fraunhofer FIT zeigt das System auf der BAU 2015 in München, 19.-24. Januar 2015, Stand C2.119.

Die Arbeitsprozesse in Architektur, Bauplanung und Durchführung haben sich durch die Digitalisierung grundlegend geändert. Die CAD-Zeichnungen werden heute zunehmend in eine zentrale 3D-Gebäudedatenmodellierung (BIM) überführt. Alle relevanten Gebäudedaten werden digital erfasst und stehen für verschiedene Zwecke entlang der Bauplanung und Durchführung zur Verfügung. Fraunhofer FIT nutzt diese bereits vorhandenen so genannten BIM-Daten und erstellt daraus ortsgenaue attraktive Visualisierungen, indem diese mit Echtzeit 3D-Engines und einer speziellen Verortungssensorik verknüpft werden.

Die Lösung namens »Auto AR« kann in wenigen Minuten auf jedes Auto montiert werden, das dann präzise verortet wird. Die Ortsdaten werden in Echtzeit mit dem digitalen Gebäudemodell verbunden und zur Generierung von Ansichten auf das Modell verwendet, die dem aktuellen Blickwinkel des Beifahrers entsprechen. Dieser kann, ausgestattet mit einer Virtual Reality-Brille in das geplante Modell »eintauchen« und sich zu jeder gewünschten Position im Baugebiet fahren lassen.

Einsatz in großen Bauvorhaben


»Entscheider, etwa Architekten, Bauunternehmer oder deren Kunden, erhalten so eine stark verbesserte, realistische Einschätzung der Planung vor Ort. Die virtuelle Überlagerung erfolgt mit Zentimeter-Genauigkeit«, so Dr. Leif Oppermann, Leiter der Abteilung Mixed and Augmented Reality Solutions des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT. Darüber hinaus können die Daten auch aufgenommen und zu einem späteren Zeitpunkt wiedergegeben werden, auch mit Variationen und auf anderen Geräten.

Auf dieser technischen Basis lassen sich leicht weitere Anwendungsszenarien realisieren, ein Beispiel sind große Bauvorhaben. Diese sind aufgrund der in Deutschland vorgeschriebenen – und von den Bürgern auch zunehmend erwarteten – aktiven Bürgerbeteiligung kompliziert und dadurch oft langwierig und teuer. Eine technische Unterstützung der öffentlichen Auslegung verspricht hier die Kommunikation zwischen Bürgern, Behörden und Vorhabenträgern zeitgemäß zu vereinfachen und Möglichkeiten zur frühzeitigen Einsichtnahme und für konkretes und strukturiertes Feedback zu schaffen.

 

Bild: Das Bürogebäude soll renoviert werden; unten die virtuelle Überlagerung anhand der 3D-Gebäudedaten. © Fraunhofer FIT

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