Atmosphären-Daten mit einem Dreh

Studenten in der Mikrobiologie können Bakterien in der Petrischale heranzüchten, um ihren Forschungsgegenstand besser zu verstehen, angehende Paläontologen haben Fossilien. Aber wer die Atmosphäre studiert, muss sich mit weniger Greifbarem begnügen: Daten, und davon viel.

NCAR Augmented Reality-Demo

Nun hilft das National Center for Atmospheric Research (NCAR) dabei, diese Daten weniger abstrakt werden zu lassen, sie ein bisschen einer Bodenprobe anzunähern und von der Datei zu entfernen. Das Ergebnis: zwei Apps, eine, die VR verwendet und eine andere, die auf Augmented-Reality-Verfahren setzt, um 3D-Visualisierungen von Datensätzen auf einem Globus zu erzeugen, den die Studenten drehen können und somit unterschiedliche Perspektiven gewinnen. Meteo VR und Meteo AR sind für iPhone, iPad und Android-Geräte erhältlich. Sie wurden vom Computational and Information Systems Lab (CISL) des NCAR entwickelt.

Das Ziel sei, die Daten der Öffentlichkeit zugänglicher zu machen, besonders aber den Studenten, erklärt Tim Scheitlin, Softwareentwickler am Visualization Lab von CISL. „Wir denken, es ist eine unterhaltsame Möglichkeit, einen Dialog über die Atmosphärenwissenschaften zu starten. Wenn die Leute von der App begeistert sind, stellen sie vielleicht Fragen, die zu einem besseren Verständnis führen.“

Die Meteo AR-App nutzt die Kamera an einem mobilen Gerät. Wird die Kamera auf eine Darstellung einer Visualisierung gerichtet, zum Beispiel die Temperatur-Anomalien während des El Niño oder das Innenleben eines Wirbelsturms, erscheint die Visualisierung auf einem 3D-Globus, der sich mit dem Finger drehen lässt.

Die Meteo VR-App benötigt ein VR-Headset wie Google Cardboard und ermöglicht den Anwendern, rund um den Globus zu „fliegen“, um den projizierten Datensatz aus jedem möglichen Blickwinkel zu betrachten.

Nihanth Cherukuru, Doktorand an der Arizona State University, hat die Entwicklung der beiden Apps geleitet. Eine der Herausforderungen in diesem Projekt sei gewesen, so Cherukuru, die riesigen Datenmengen in ein Format zu pressen, dass die mobilen Geräte nicht zum Absturz gebracht hätte bringen können. Man habe für jede Zeitmarke ein einzelnes Bild erstellt und dann Animationen erzeugt, um die Rechenlast zu vermindern. 

 

Bild: Die Meteo AR verwendet Augmented-Reality-Verfahren, um atmosphärische Daten greifbarer zu machen. (©UCAR)

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