Immersion und Virtuelle Realitäten an der FMX 2015

In rund drei Monaten, vom 5. bis 08. Mai, feiert Europas einflussreichste Konferenz für digitales Entertainment ihre 20. Jubiläumsausgabe. Die FMX, die 1994 als deutschsprachige, lokale Expertenkonferenz ins Leben gerufen wurde (FMX ist die Abkürzung für Film und Media Exchange) hat sich in den Jahren seit ihrer Gründung in ein internationales Event für Professionals entwickelt, bei dem wichtige Entscheidungsträger aus den Bereichen Kunst, Technologie und Business aufeinandertreffen. Aus diesem Anlass finden dieses Jahr spezielle Veranstaltungen mit Jubiläumsbezug statt, die in das vielseitige Programm mit hochwertigen Präsentationen, Workshops und Diskussionen eingebunden sind.

Auch 2015 richtet die Fachkonferenz das Augenmerk auf die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in den Bereichen Animation, Effekte, Spiele und Transmedia. Dabei widmet sie sich unter der Headline  "Immersion und Virtuelle Realitäten -  Die Zukunft der Content Produktion und Rezeption" im Besonderen dem plattformübergreifenden Einfluss von immersiven Technologien auf die Finanzierung, Entwicklung, Distribution und Rezeption medialer Inhalte. Neben den Themen Immersion und Virtuelle Realitäten stehen des Weiteren Concept Art, The Fine Art of Animation, Virtualization, the Demoscene, Funding & Financing Technology Start-ups sowie viele andere Schwerpunkte im Blickpunkt (bestätigte Referenten finden sich im Folgenden).

Über das Konferenz- und Forumprogramms hinaus richtet die FMX zusammen mit dem 22. Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart (ITFS) den Animation Production Day (APD) für Fachbesucher aus. Der APD ist die exklusive Business Plattform für die internationale Animationsindustrie und findet vom 7.-8. Mai statt.

  • Kunst - Concept Art und "The Fine Art of Animation"
    Die Filmschaffenden und ihre kreativen Werke sind das Herzstück der FMX. Für viele dieser Künstler fungiert Concept Art als bildgebender Ausgangspunkt, der die weitere Konzeptualisierung von Filmen, Spielen und anderen Medien vorbereitet und begleitet. Passend dazu kuratiert der Production Designer Patrick Hanenberger bereits zum zweiten Mal in Folge verschiedene Präsentationen, die Concept Art als Quelle der Inspiration näher ergründen. In diesem Rahmen referiert beispielsweise die wissenschaftlich und akademisch ausgebildete Creature Designerin und Concept Künstlerin Terryl Whitlatch, die für Lucasfilm arbeitete und dort einen Großteil des Creature Designs für Star Wars Episode 1 umsetzte. Neben ihr berichtet auch Concept Artist und Character Designer Chris Appelhans über seine Arbeit. Appelhans kreierte unter anderem Designs für Coraline, Monster House und The Fantastic Mr. Fox.
    Das gesamte Feld der Animation steht im Fokus einer weiteren Reihe, die sich mit "Animation as Fine Art" oder der Animation als Kunstform auseinandersetzt. Dazu laden die Kuratoren Prof. Dr. Susanne Marschall und Dr. Rada Bieberstein (Universität Tübingen) diverse Referenten ein, die in ihren Vorträgen die Vielfalt der Animation als eigenständige Kunstform analysieren. In diesem Zusammenhang soll es vor allem um die Ästhetik des Mediums Animation und das immersive Potential der Animation gehen - dabei wird ein thematischer Bogen von der Kunstgeschichte bis hin zu 3D gespannt. Der von Prof. Andreas Hykade (Filmakademie Baden-Württemberg) kuratierte Publikumsliebling "Wild 'n Strange", der Vertreter der internationalen Independent-Szene nach Stuttgart bringt, erweitert das künstlerische Spektrum des Bereiches "Kunst" ebenso wie Shelley Pages (Head of International Outreach at DreamWorks Animation) "Shelley's Eye Candy"-Screening, bei dem sie ihre persönlichen Animationsfavoriten der letzten 20 Jahre vorstellt.
  • Technologie - Virtualisierungstechnologien und die Demoszene
    Neue technische Entwicklungen stellen den Motor in den Bereichen Animation, Effekte, Spiele und Transmedia dar. Jon Peddie (Gründer von Jon Peddie Research), der als einer der Pioniere der Computergrafik-Industrie gilt, thematisiert einige dieser Entwicklungen mit seinem Virtualization Track. Die entsprechenden Präsentationen verhandeln Virtualisierungstechnologien und ihre Auswirkungen auf die Zusammenarbeit und die Kommunikation der Akteure in der Kunst- und Unterhaltungsindustrie.
    Zudem widmet sich der Kurator Dr. Thomas Bednarz (The Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation CSIRO) der Demoszene, die sich von einer europäischen zu einer internationalen Computerkunst-Subkultur gemausert hat. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die Erschaffung von Demos, also nicht-interaktiven Multimedia Präsentationen, die in Echtzeit gerendert werden: Diese Demos sollen die eigenen Programmierkünste veranschaulichen. Inhalte dieser Programmsektion greifen beispielsweise die Arbeitsprozesse der Demoszene und die Debatte um Old School und New School auf. Zudem liefern die Tracks zu den Themen Pre-production, Next-gen images, Pipelines, Virtuelle Produktion sowie den traditionellen SIGGRAPH Papers Informationen zum aktuellen Stand der Technik.
  • Business - Neue Trends am Horizont
    Innovation ist mitnichten ein Begriff, der sich allein in Bezug auf Kreativität oder technologischen Fortschritt erschöpft - auch im wirtschaftlichen Bereich wird ihm eine große Bedeutung zugemessen. Das gilt im Besonderen, wenn es um neue Business-Strategien geht, die die Umsetzung von Projekten finanziell untermauern können. Aus diesem Grund steht in diesem Jahr auch das Thema der Finanzierung von Technologie-Start-ups auf dem Programm. Der "ExitMercato@FMX"-Track von Kurator Thierry Baujard (President of Media Deals) schafft eine Diskussionsplattform, die es Start-ups und Investoren der Frühphase ermöglicht, ihr Investitions-Portfolio größeren Investoren und Firmen sowie anderen Stakeholdern im Hinblick auf Exit Strategien von Investments zu präsentieren. Diese sollen Investoren der Frühphase behilflich sein, durch den Verkauf ihrer Firmenanteile (oder einem gewissen Prozentsatz dieser Anteile) an einen Spätphasen-Investor Wert zu schöpfen. Dies kann durch eine Veräußerung an eine größere Firma oder einen Börsengang geschehen.
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