Microsoft HoloLens: Entwicklerversion ab Ende März

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Microsoft die Augmented-Reality-Brille HoloLens vorgestellt. In der Zwischenzeit haben Tausende Entwickler die HoloLens aus erster Hand testen und sich mit Ideen am Ökosystem rund um die Brille beteiligen können, etwa mit Programmen wie „Share your Idea“. Außerdem konnte Microsoft Partner wie Volvo Cars, Autodesk, Trimble und die NASA gewinnen.

Seit 29. Februar erhalten Entwickler die Möglichkeit, das Headset als Teil der Microsoft Development Edition vorzubestellen, die ab 30. März ausgeliefert wird. Dies, so Alex Kipman, im Windows Blog, sei der erste Schritt auf dem Weg zum Endnutzer.

Die API für „holografisches“ Computing, wie es Microsoft nennt, ist schon in Windows 10 enthalten. Seit gestern können Entwickler auf die Dokumentation zugreifen und sich mit der Entwicklergemeinde vernetzen, um auf diese Weise erstaunliche AR-Welten zu erschaffen. Ihnen stehen unter http:// dev.windows.com/holographic Leitlinien und detaillierte Tutorials bereit. Weitere Entwicklerwerkzeuge, zu denen Visual Studio-Projekte und ein HoloLens-Emulator gehören, werden freigegeben, sobald die HoloLens-Geräte am 30. März an Kunden ausgeliefert werden. Der Emulator ermöglicht es, holografische Apps am PC ohne die Brille zu testen, und er umfasst ein Entwickler-Toolset.

Die HoloLens arbeitet vollkommen unabhängig, ohne Marker, externe Kameras und Kabel, ohne, dass ein Smartphone erforderlich wäre und ohne Verbindung zu einem PC. Sie verfügt über Umgebungssensoren und wird von einer eigens entwickelten „Holographic Processing Unit“ (HPU) und einer Intel 32-Bit-Architektur angetrieben. Damit versteht die Lösung auch Gesten und Augenbewegungen, während sie die Umgebung in Echtzeit erfasst.

Die Brillengläser verwenden ein optisches Projektionssystem, um multidimensionale, vollfarbige Darstellungen mit geringer Latenz einzublenden. Diese Darstellungen müssen, um beeindruckend zu wirken, eine große Anzahl von Lichtpunkten aufweisen, und sie sind verankert in der realen Welt.

Die eingebauten Kameras erlauben den Mitschnitt von Mixed-Reality-Szenen, HD-Bilder und Videos der virtuellen Objekte in der physischen Welt, die mit anderen Nutzern geteilt werden können, ohne dass diese dafür die HoloLens brauchen. Das Erstellen und Formen der „Hologramme“ geschieht mit Gesten, die Kommunikation mit den Apps mit der Stimme und die Navigation mittels Augenbewegung.

Entwickler, die die HoloLens kaufen,  können sofort auf hunderte Universal Windows Platform (UWP) -Apps über den Windows Store zugreifen, etwa OneDrive, Maps, Remote Desktop, People, Movies & TV, Groove Music und Microsoft Office-Apps. Darüber hinaus gehört zu Entwickleredition noch eine Reihe von Anwendungsbeispielen. Sie zeigen, was das Gerät kann und wie es arbeitet.

Eine der Beispielanwendungen ist HoloStudio, das es erlaubt 3D-in-3D-Szenerien im realen Maßstab zu erschaffen. Sie veranschaulicht außerdem, wie das HoloLens-Interaktionsmodell mit Augenbewegung, Gesten und Stimme funktioniert. HoloStudio hat auch eine Schnittstelle mit OneDrive und kann Dateien für den 3D-Druck oder SketchFab exportieren.

In der Development Edition läuft auch Skype, um den Nutzern die Kommunikation mittels Hologrammen zu ermöglichen, auch ohne dass dafür die Brille notwendig wäre. Diese Funktion eignet sich zum Beispiel für Fernwartung oder Training, indem die Nutzer an dem gleichen Modell arbeiten können.

Unter www.hololens.com/developmentedition können sich Entwickler anmelden. Die Geräte werden in den USA und Kanada ab 30. März zum Preis von 3‘000 US-Dollar ausgeliefert.

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