Pirelli bildet Anlagentechniker mit VR-Simulatoren aus

So macht Ausbildung wirklich Spaß! Der Reifenhersteller Pirelli entwickelt für seine Azubis aufwendige Simulatoren, in denen sie lernen, moderne Hightech-Produktionsanlagen zu warten und Störungen zu beheben. Die Vorteile der flankierenden Ausbildung im Virtual Lab sind enorm: Während die Anlernzeit der Azubis drastisch sinkt, steigen die Lernerfolge gleichzeitig deutlich an.

Wer wissen will, mit welchen innovativen Ausbildungsmethoden ein Industrie-Unternehmen angehende Mitarbeiter ausbildet, für den ist das zweiminütige Video auf der neuen internationalen Website von Pirelli fast schon ein Muss: http://www.pirelli.com/global/en-ww/how-to-build-a-tyre.

Der Clip gibt Einblicke in ein faszinierendes Virtual-Reality-Schulungssystem, das Pirelli für seine Auszubildenden entwickelte. Wir sehen einen jungen Mann, lässig gekleidet in Jeans und einem schwarzen T-Shirt. Plötzlich wird sein Oberkörper mit etwas bedeckt, das einer Ritterrüstung ähnelt. Tatsächlich handelt es sich um eine mit vielen Sensoren bestückte Weste, die jede seiner Bewegungen registriert und an einen Prozessor weiterleitet. Sodann erhält er zwar kein Laser-Schwert, doch eine Fernbedienung, mit der auf einem überdimensionalen Monitor einen Fachwissen-Download für die Bereiche Sicherheit, Qualität und Effizienz aktiviert. So ausgerüstet ist er bereit, den möglichen Produkti-onsproblemen einer ultramodernen Reifenfertigungs-Anlage entgegenzutreten.

Das Trainingsareal des jungen Mannes ist ein riesiger Simulator, sechs Meter hoch und 16 Meter lang. Auf einem überdimensionalen Bildschirm sieht er virtuelle Kom-ponenten einer kompletten Produktionsanlage, mit der Pirelli Ultra High Performance-Reifen herstellt. Das Besondere dabei: Jedes einzelne Teil dieser virtuellen Anlage verhält und bewegt sich ganz genauso, wie die Komponenten in den realen Anlagen.

Mit dem Programm Performance and Learning Acceleration for You (deutsch: Deine Leistungs- und Lernbeschleunigung), kurz PLAY genannt, hebt Pirelli die Ausbildung der Anlagentechniker und -mechaniker auf ein neues Level. Mit erheblichen Vorteilen für Ausbilder und Auszubildende. So reduziert der Simulator die benötigte Anlernzeit an den Maschinen um stolze 50 Prozent. Zugleich verbessert sich Arbeitseffizienz der Auszubildenden im Schnitt um rund 25 Prozent. Weitere Vorteile: Während der Trainingsphasen bestehen keinerlei Sicherheitsrisiken für alle Beteiligten, zugleich wird die reale Produktion nicht beeinträchtigt.

Der Ausbildungsleiter erläutert den Startprozess und die Hauptfunktionen des Simulators. Anschließend ist es für die Auszubildenden sehr einfach, ihn zu bedienen und sich dabei selbst Wissen anzueignen. Dabei dürfen sie auch nach Herzenslust experimentieren, ohne dass ihnen dabei ein Ausbilder ständig über die Schultern schaut.

Der Simulator standardisiert Prozesse. Das System verfolgt jede Bewegung und je-den Arbeitsschritt der Auszubildenden und gibt ihnen sogleich Feedback, ob sie richtig oder falsch agieren. Dadurch lernen sie, Fehler zu vermeiden und die Ursachen von Störungen schnell zu identifizieren und zu beseitigen. Beides ist unabdinglich, wenn es gilt, die Leistung und Effizienz eines Unternehmens zu steigern.

Ein weiterer Vorteil des Simulators ist seine Fehlertoleranz: Kein Auszubildender muss mehr Angst haben, durch Fehler die Produktion zu stören oder Schäden zu verursachen. Sie können tun, was sie für richtig halten, und sehen in der virtuellen Welt die Konsequenzen ihrer Entscheidungen. Diese Angstfreiheit steigert den Lernerfolg. Das gilt auch für den Bereich Arbeitssicherheit. Sobald die Kameras des Simulators erkennen, dass der Auszubildende versehentlich eine Sicherheitszone betritt, wird die virtuelle Anlage gestoppt. Daraufhin wird ihm sein Fehlverhalten erläutert. Das neue System wurde erstmals im Pirelli-Werk in Mexiko erprobt, wo sich die Auszubildenden begeistert zeigten. Bislang trainierten bereits 50 Personen in dem Simulator. Über einen Zeitraum von 15 Tagen bedienten sie das System täglich vier Stunden. Dabei trainierten die Auszubildenden paarweise, auch weil für das Bedienen der realen Anlagen immer zwei Mechaniker benötigt werden. Nach diesem Training sind sie in der Lage, Reifen herzustellen und das relevante Produktionssystem zu steuern.

„Die von uns im Simulator ausgebildeten Personen sind um die 20 Jahre alt", erläutert Giuliano Menassi, Senior Vize-Präsident Manufacturing, Pirelli. „Das moderne System motiviert unsere Teilnehmer sehr. Denn natürlich sind sie mit interaktiven Computer-Spielen bestens vertraut, und, das kann ich bestätigen: unser Simulator ist überaus interaktiv!"

Für die Verantwortlichen bei Pirelli liegt in diesen Programmen ein Teil der Zukunft der Ausbildung des Hightec-Unternehmens. In der Luftfahrt wird Virtual Reality be-reits seit Langem intensiv genutzt, so bei den bekannten Flugsimulatoren für Piloten. In anderen Branchen hingegen ist es häufig noch unüblich, komplexe Simulatoren in Originalgröße für die Ausbildung einzusetzen. Sicher: Das neue System wird die traditionellen Methoden der Ausbildung, die Pirelli ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt, nicht ersetzten. Doch ist man beim Reifen-hersteller davon überzeugt, dass dieses Hightec-Format ideal für arbeitsintensive Prozesse ist. Die Reifenherstellung zählt zweifellos dazu. So befassen sich in einem Werk mit 1'000 Mitarbeitern bis zu 300 Personen mit der Fertigung der Produkte.

PLAY wird demnächst in den Pirelli-Werken in Rumänien und China eingesetzt. Parallel dazu entwickelt Pirelli die Simulatoren für zwei weitere Produktionsanlagen, die dann in Deutschland und Italien zum Einsatz kommen. Auf der neuen internationalen Website von Pirelli (www.pirelli.com) finden Sie weitere interessante, im Magazin-Stil verfasste Beiträge über aktuelle Entwicklungen in der Konzern-Welt. Die digitale Plattform bietet den Besuchern vielfältige Einblicke in die zahlreichen Markenzeichen, die maßgeblich für Pirelli sind: Zum Themenspektrum gehören neben den Produkten Einblicke in das Geschäftsleben, der Motorsport, der Komplex Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie die Bereiche Kunst und Kultur.

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