5G-Netz: Mehr Bandbreite für Flugzeugwartung und Kabinenausbau

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

5G-Netz: Mehr Bandbreite für Flugzeugwartung und Kabinenausbau

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Lufthansa Technik nutzt separate 5G-Netze in zwei Projekten für die Erprobung neuer Technologien in der Triebwerksüberholung und der VIP-Ausstattung.
5G-Netz beschleunigt AR-Visualisierungen für den Kabinenausbau

Quelle: Lufthansa Technik

  • Lufthansa Technik ist eines der ersten Unternehmen, das ein eigenes, separates 5G-Netz nutzt.
  • In zwei Projekten für VIP-Ausbau und Triebwerksüberholung wird die neue Technologie erprobt.
  • Beide Projekte haben einen sehr hohen Bedarf an Bandbreite für die drahtlose Datenübertragung

Lufthansa Technik ist eines der ersten Unternehmen in Deutschland, das ein eigenes privates 5G-Netz nutzt. Im Februar wurden die ersten privaten 5G-Funknetze für zwei Projekte im Bereich der VIP-Ausstattung und Triebwerkswartung auf der Lufthansa Technik-Basis Hamburg in Betrieb genommen.

Zur Erprobung der Technologie hat Lufthansa Technik auf der Basis Hamburg zwei separate private 5G-Netze mit unterschiedlichen Technologie- und Netzanbietern (Vodafone und Nokia) eingerichtet. Anstatt öffentlich zugängliche Mobilfunknetze auf die Lufthansa-Basis auszuweiten, hat man eine völlig unabhängige Infrastruktur mit eigenen Antennen und Servern installiert, auf die nur Lufthansa Technik zugreifen kann. Daher erscheint „LH-Technik“ als Netzbetreiber in der Anzeige der verwendeten mobilen Geräte.

Damit ist das Unternehmen das erste außerhalb Asiens, das ein vollwertiges, eigenständiges 5G-Netz auf Basis des neuen Standards (3GPP Release 16) in einem industriellen Umfeld betreibt. Dies ermöglicht höhere Sicherheit und völlig freie Konfiguration. Somit lassen sich die firmeneigenen 5G-Netze exakt an die Anforderungen der jeweiligen Evaluierungsprojekte anpassen, beispielsweise, was das Verhältnis von Upload- und Download-Bandbreite betrifft.

Zwei Innovationsprojekte nutzen 5G-Netz

Das 5G-Netz kommt zwei Innovationsprojekten zugute, mit denen das Unternehmen neue Technologien in den Bereichen Triebwerksüberholung und VIP-Ausstattung erprobt. Das eine Projekt nutzt Augmented Reality, um 3D-CAD-Daten des geplanten Kabineninnenraums in leeren Flugzeugrümpfen virtuell zu visualisieren. Durch die Live-Datenübertragung haben die Techniker vor Ort jederzeit die Möglichkeit, die aktuelle Position aller geplanten Komponenten zu überprüfen und zusätzlich notwendige Änderungen mit den Entwicklern durch kollaborative Videofunktionen abzustimmen.

Im zweiten Projekt, der Virtual Table Inspection, können die Kunden die Inspektion von Triebwerksteilen aus der Ferne begleiten und müssen dafür nicht mehr nach Hamburg reisen. Dazu werden sie mit einem mobilen Gerät direkt durch die Werkstatt geführt. Über einen Videostream können sie in Echtzeit mit den ausführenden Triebwerksmechanikern kommunizieren, die ausgebauten Teile in hoher Auflösung am Bildschirm inspizieren und die entsprechenden Auftragsentscheidungen treffen.

Beide Projekte haben einen sehr hohen Bedarf an Bandbreite für die drahtlose Datenübertragung, der durch die bisherigen 4G- und Wi-Fi-Technologien nicht ausreichend abgedeckt werden konnte. Die öffentliche 4G-Upload-Rate reichte für hochauflösende Videostreams oft nicht mehr aus, und der Wi-Fi-Standard als Alternative ist nicht für einen Standortwechsel zwischen einzelnen Zellen ausgelegt, was früher oft zu Verbindungsabbrüchen führte.

5G-Netz mit schneller Datenübertragung und reibungslosem Wechsel zwischen Funkzelllen

Die 5G-Technologie löst beide Probleme auf einmal, da sie nicht nur eine deutlich höhere Datenübertragungsrate (in der Endausbaustufe bis zu 10 Gbit/s gegenüber maximal 1 Gbit/s bei 4G/LTE) ermöglicht, sondern auch einen reibungslosen Wechsel zwischen den einzelnen Funkzellen für mobile Geräte ermöglicht. Ein solches 5G-Netz wird eine der beiden Triebwerkshallen in Hamburg abdecken, ein weiteres eine komplette Flugzeughalle mit einer Fläche von rund 8’500 Quadratmetern. Gerade im letzteren Fall ist es besonders wichtig, dass im Inneren des geparkten Flugzeugs immer eine ausreichende Signalstärke für eine sichere Verbindung vorhanden ist. Um dies jederzeit zu gewährleisten, ermöglicht die 5G-Technologie das so genannte Beamforming, bei dem die Antenne ihr sonst über den gesamten Hangar verteiltes Sendefeld auf ein oder mehrere mobile Geräte im Hangar fokussiert.

Bei Frequenzen, die nahe an denen des herkömmlichen Wi-Fi (3,7 bis 3,8 GHz) liegen, bleibt der Strahlungspegel auch bei der fokussierten Nutzung der 5G-Technologie stets im unkritischen Bereich, so dass eine Gefährdung der Mitarbeiter in den entsprechenden Bereichen ausgeschlossen ist. Die Bundesnetzagentur hat die Nutzung der unternehmenseigenen Frequenzen durch Lufthansa Technik entsprechend genehmigt. Sollte sich 5G bei den Anwendern in den beiden Innovationsprojekten bewähren, soll die Technologie in naher Zukunft auch auf andere Bereiche der Lufthansa Technik ausgeweitet werden, um ihre Vorteile auch in der täglichen Flugzeugwartung nutzen zu können.

Beitrag der 5G-Technologie für die Luftfahrtindustrie

„Kontinuierliche Innovation ist Teil unserer Unternehmens-DNA, und das treibt uns an, immer wieder neue Ansätze zu erproben“, erklärt Sören Stark, Vorstandsmitglied der Lufthansa Technik, verantwortlich für die Bereiche Technischer Betrieb, Logistik und IT. „Die ersten beiden Anwendungsfälle zeigen bereits eindrucksvoll, welchen wertvollen Beitrag die 5G-Technologie für die Luftfahrtindustrie leisten kann. Sie werden auch den Weg für zahlreiche neue Innovationen bei Lufthansa Technik ebnen, von denen unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter und auch unsere Kunden profitieren werden“.

„Die deutsche Wirtschaft braucht 5G. Wir haben 5G. Als Partner in Sachen 5G wollen wir unserer Industrie helfen, ihre führende Position auch in Zukunft zu behaupten. Wer heute auf neue Technologien baut, wird morgen einen Schritt voraus sein“, sagt Hannes Ametsreiter, Geschäftsführer von Vodafone Deutschland. „Wir unterstützen unsere Partner dabei, 5G so schnell wie möglich in ihren Unternehmensalltag einzubauen, in die Fabriken, in die Gewerbegebiete und jetzt auch in die Flugzeughangars — mit individuellen Campus-Netzen, die perfekt auf die Bedürfnisse unserer Partner zugeschnitten sind.“

Kathrin Buvac, Präsidentin von Nokia Enterprise, sagt: „Diese Anwendung erfasst den wesentlichen Wert einer schnellen und sicheren privaten 5G-Funknetzwerktechnologie, um die betriebliche Effizienz, Produktivität und den Service zu verbessern. Sie zeigt das Potenzial für neue Arbeitsweisen auf, die nicht nur unseren Kunden, sondern auch den von ihnen bedienten Märkten zugute kommen.

Bild oben: Augmented Reality für den Kabinenausbau (Darstellung vor der Einführung des 5G-Netzes). Das Projekt visualisiert die 3D-Konstruktionsdaten des geplanten Kabinen-Interieurs in einem leeren Flugzeugrumpf. Die 5G-Technologie unterstützt den Download großer CAD-Dateien auf das mobile Gerät. Bildquelle: Lufthansa Technik

Weitere Informationen: https://www.lufthansa-technik.com/

Erfahren Sie hier mehr über automatisiertes Honeycomb-Potting für die Luftfahrtbranche.

Lesen Sie auch: „Luftfahrt: Wartungsprozesse mit VR trainieren“.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

* Jederzeit kündbar

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.