Eye-Tracking erweitert CAD: Der kreative Blick

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Eye-Tracking erweitert CAD: Der kreative Blick

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
uofleeds-large

CAD-Programme setzen der Kreativität Grenzen. Diese Grenzen wollen nun Wissenschaftler an der Open University und der University of Leeds mit „Designing with Vision“ überwinden und die starre Trennung zwischen Mensch und Maschine aufbrechen. Die Technologie soll Designern helfen, intuitive Elemente wieder in den Designprozess einzugliedern, die durch die Arbeit mit CAD-Werkzeugen verschüttet wurden.


 Traditionelle Designwerkzeuge wie Stift und Papier sind inzwischen weitgehend durch digitale 2D- und 3D-Zeichenprogramme ersetzt worden. CAD trägt zu erhöhter Produktivität und Qualität bei der Konstruktion bei, hilft Fehler zu reduzieren und vermindert die Verschwendung in der Fertigung. Aber die Einführung der digitalen Technik zwingt die Menschen dazu, ihre Arbeitsweise insoweit zu ändern, dass sie sich der Technik anpassen und nicht umgekehrt die Technik an sie. In kreativen Umgebungen führt dies unweigerlich zu schlechteren Ergebnissen, ein Szenario, das für Designer ein Desaster darstelle, wie Steve Garner, Professor an The Open University feststellt.


„Kreativität ist ein fundamentaler Baustein des Designprozesses,“ sagt Garner. „Das Eye-Tracking-System identifiziert, auf welchem Bereich der Konstruktionsskizze der Anwender seine Aufmerksamkeit richtet. Das macht die Mensch-Maschine-Schnittstelle viel reibungsärmer. Das Ergebnis ist eine Synergie zwischen menschlicher Ingeniosität und der rechnerbasierten digitalen Technik.“


Professor Alison McKay, Professor of Design Systems an der University of Leeds, sagt: „Die Digitalisierung des Designs könnte möglicherweise Innovationen im Keim ersticken und Menschen, die viel zu bieten haben, deren Arbeitsweise aber nicht mit den Rechnern kompatibel ist, ausschließen. An dessen Stelle wollen wir Design-Lösungen etablieren, die ihrerseits den Bedürfnissen der realen Designer eine Antwort bieten.“


Im Projekt „Designing with Vision“ haben sich die Entwickler auf die frühen Phasen des Design-Prozesses konzentriert. Dazu gehören Zeichnen, Betrachten, die Auswahl und das Verändern von Formen. Dieser Prozess sei typisch für Bereiche wie Mode, Grafik oder Verpackung von Konsumgütern.


Mit Formen arbeitende Designer tendieren dazu, intuitiv bestimmte Bereiche in der ersten Skizze herauszugreifen und diese als Startpunkt für die weiteren Schritte zu verwenden. Doch diese Bereiche, die einer unbewussten Auswahl unterliegen, sind schwerlich im CAD nachzubilden, weil die Software nicht „sehen“ kann, was das Auge des Designers fesseln könnte. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben die Forscher das CAD-System mit einer Eye-Tracking-Technik ergänzt. So ist eine Lösung entstanden, die jene Formen in einer Skizze identifizieren und selektieren kann, denen, folgend der Blickrichtung, das Interesse des Anwenders gilt. Tests haben bestätigt, dass esdie Kombination von Eye Tracking und der konventionellen Eingabe per Maus ermöglicht hat, erste Designskizzen gemäß den unbewussten visuellen Signalen zu manipulieren und zu entwickeln.


„Wir sind keine Maschinenstürmer, wir wollen mit Technologien wie CAD arbeiten,“ sagt McKay. „Wir stellen uns eine Zukunft für das Design vor, die Kreativität und digitale Technik zusammenbringt, und in diesem Szenario in der Lage sein wird, Designer dabei zu unterstützen, früh im Designprozess mit Formen zu arbeiten, bevor diese fixiert worden sind.“


„Designing with Vision“ wird von The Leverhulme Trust unterstützt. Der Prototyp der Lösung kann kostenlos von der Projekt-Webseite unter http://design.open.ac.uk/DV heruntergeladen werden. „Designing with Vision“ baut auf einem CAD-System auf, das vom Designing for the 21st Century-Programm unterstützt wird.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Richtig gelesen, die Zukunft wartet auf uns im Plural. Am neu gegründeten Institut für Technikzukünfte (ITZ) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) werden die Zusammenhänge von Technik, Gesellschaft und Kultur bei Technikentwicklungen erforscht. Ergebnis sind neue Perspektiven für aktuelle Technikdebatten wie Energie- oder Mobilitätswende. Da nicht feststeht, welche Techniken sich etablieren werden und welche gesellschaftlichen Effekte dies zeitigen wird, sprechen die Wissenschaftler beim Blick voraus lieber von „Zukünften“.

Behandlungssituationen der Strahlentherapie können nun unter realen Bedingungen ohne Zeitdruck oder Gefahr für den Patienten gelehrt werden. Dank interaktiver Lernumgebungen auf Basis modernster Hard- und Softwarelösungen in einigen Ausbildungsstätten sind sie eine unverzichtbare Ergänzung der Lehre geworden. Auch der Studiengang für Radiologietechnologie der FH Campus Wien hat kürzlich eine solche Lösung in Betrieb genommen. Es ist die erste dieser Art in Österreich.

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.