Eye-Tracking erweitert CAD: Der kreative Blick

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CAD-Programme setzen der Kreativität Grenzen. Diese Grenzen wollen nun Wissenschaftler an der Open University und der University of Leeds mit „Designing with Vision“ überwinden und die starre Trennung zwischen Mensch und Maschine aufbrechen. Die Technologie soll Designern helfen, intuitive Elemente wieder in den Designprozess einzugliedern, die durch die Arbeit mit CAD-Werkzeugen verschüttet wurden.


 Traditionelle Designwerkzeuge wie Stift und Papier sind inzwischen weitgehend durch digitale 2D- und 3D-Zeichenprogramme ersetzt worden. CAD trägt zu erhöhter Produktivität und Qualität bei der Konstruktion bei, hilft Fehler zu reduzieren und vermindert die Verschwendung in der Fertigung. Aber die Einführung der digitalen Technik zwingt die Menschen dazu, ihre Arbeitsweise insoweit zu ändern, dass sie sich der Technik anpassen und nicht umgekehrt die Technik an sie. In kreativen Umgebungen führt dies unweigerlich zu schlechteren Ergebnissen, ein Szenario, das für Designer ein Desaster darstelle, wie Steve Garner, Professor an The Open University feststellt.


„Kreativität ist ein fundamentaler Baustein des Designprozesses,“ sagt Garner. „Das Eye-Tracking-System identifiziert, auf welchem Bereich der Konstruktionsskizze der Anwender seine Aufmerksamkeit richtet. Das macht die Mensch-Maschine-Schnittstelle viel reibungsärmer. Das Ergebnis ist eine Synergie zwischen menschlicher Ingeniosität und der rechnerbasierten digitalen Technik.“


Professor Alison McKay, Professor of Design Systems an der University of Leeds, sagt: „Die Digitalisierung des Designs könnte möglicherweise Innovationen im Keim ersticken und Menschen, die viel zu bieten haben, deren Arbeitsweise aber nicht mit den Rechnern kompatibel ist, ausschließen. An dessen Stelle wollen wir Design-Lösungen etablieren, die ihrerseits den Bedürfnissen der realen Designer eine Antwort bieten.“


Im Projekt „Designing with Vision“ haben sich die Entwickler auf die frühen Phasen des Design-Prozesses konzentriert. Dazu gehören Zeichnen, Betrachten, die Auswahl und das Verändern von Formen. Dieser Prozess sei typisch für Bereiche wie Mode, Grafik oder Verpackung von Konsumgütern.


Mit Formen arbeitende Designer tendieren dazu, intuitiv bestimmte Bereiche in der ersten Skizze herauszugreifen und diese als Startpunkt für die weiteren Schritte zu verwenden. Doch diese Bereiche, die einer unbewussten Auswahl unterliegen, sind schwerlich im CAD nachzubilden, weil die Software nicht „sehen“ kann, was das Auge des Designers fesseln könnte. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben die Forscher das CAD-System mit einer Eye-Tracking-Technik ergänzt. So ist eine Lösung entstanden, die jene Formen in einer Skizze identifizieren und selektieren kann, denen, folgend der Blickrichtung, das Interesse des Anwenders gilt. Tests haben bestätigt, dass esdie Kombination von Eye Tracking und der konventionellen Eingabe per Maus ermöglicht hat, erste Designskizzen gemäß den unbewussten visuellen Signalen zu manipulieren und zu entwickeln.


“Wir sind keine Maschinenstürmer, wir wollen mit Technologien wie CAD arbeiten,“ sagt McKay. „Wir stellen uns eine Zukunft für das Design vor, die Kreativität und digitale Technik zusammenbringt, und in diesem Szenario in der Lage sein wird, Designer dabei zu unterstützen, früh im Designprozess mit Formen zu arbeiten, bevor diese fixiert worden sind.“


„Designing with Vision“ wird von The Leverhulme Trust unterstützt. Der Prototyp der Lösung kann kostenlos von der Projekt-Webseite unter http://design.open.ac.uk/DV heruntergeladen werden. „Designing with Vision“ baut auf einem CAD-System auf, das vom Designing for the 21st Century-Programm unterstützt wird.

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