Fahrzeugentwicklung: Erstmals zu 100 Prozent in der virtuellen Realität

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Fahrzeugentwicklung: Erstmals zu 100 Prozent in der virtuellen Realität

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Mit Virtual Prototyping/Digital Development konnte Volkswagen do Brazil die Fahrzeugentwicklung auf zehn Monate verkürzen und Kosten für den Bau physischer Prototypen einsparen.
Fahrzeugentwicklung bei Volkswagen do Brasil mit Software von ESI erstmals komplett virtuell.

Quelle: Volkswagen do Brazil

  • Die ESI Group, ein Global Player im Bereich Virtual Prototyping für die Fertigungsindustrie, ist maßgeblich an dem erfolgreichen Abschluss der Entwicklungsphase des Nivus von Volkswagen do Brazil beteiligt.
  • Erstmals fanden der gesamte Entwicklungsprozess und die Vorproduktion vollständig digital und virtuell statt.
  • Das Vorhaben begann bereits vor der Pandemie und wurde während der Covid-19-Periode unter Anwendung aller geltenden Hygienemaßnahmen erfolgreich abgeschlossen.

Mit Virtual Prototyping/Digital Development konnte Volkswagen do Brazil die Fahrzeugentwicklung auf etwa zehn Monate verkürzen und einige Millionen Euro an Kosten für den Bau physischer Prototypen einsparen. Ist dieser Erfolg gleichbedeutend mit einer Wende in der Automobilindustrie?

Fahrzeugentwicklung: Schnell und vollständig digital zu den richtigen Entscheidungen

Bei der (konventionellen) Fahrzeugentwicklung beanspruchen sowohl die Designphase als auch die Montagevorbereitung einen erheblichen Zeitaufwand, unter anderem durch die Fertigung physischer Prototypen. Im Fall des Nivus, im Juni 2020 in einer Live-Übertragung von Volkswagen do Brazil in rund 60 Ländern vorgestellt, erfolgte erstmals die gesamte Konzeption des Fahrzeugs zu einhundert Prozent virtuell. Die Lösung von ESI Group, die auf ihrer Software IC.IDO basiert, war eines der zentralen Werkzeuge, die für Design-Reviews und technische Entscheidungen in verschiedenen Abteilungen (Produktentwicklung, Fertigung, Qualitätssicherung usw.) Anwendung fand. Dies ermöglichte Volkswagen, frühzeitig fundierte Entscheidungen im Zuge der Konzeption des Fahrzeugs zu treffen und ermöglichte es dem Automobilunternehmen, signifikant Zeit und Investitionen einzusparen. So ließ sich die Fahrzeugentwicklung um rund zehn Monate verkürzen, und allein im Virtual Prototype-Labor hat man eine Kostenreduzierung um 65 Prozent gegenüber früheren Projekten erreicht. Hinzu kommt, dass Virtual Reality tonnenweise Papier einsparen half, auf dem bislang die Spezifikationen für jedes Teil eines Fahrzeugs detailliert festgehalten wurden.

Neun virtuelle Varianten in kurzer Zeit

Lange bevor Nivus physisch existierte, war das Fahrzeug bereits in digitaler Form auf den Rechnern im Engineering-Bereich verfügbar. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass es für den Bau eines physischen Prototyps einer einzigen Fahrzeugvariante etwa 19 Wochen braucht – nachdem die Konstruktionsdaten vorliegen. Für Nivus entstanden auf diese Weise in erheblich kürzerer Zeit insgesamt neun virtuelle Varianten. Das ermöglichte es, effizientere Montageabläufe zu antizipieren, die Anzahl der Durchläufe in den Simulationen zu reduzieren und Fehler zu vermeiden, da man alle Teile bereits vorher mit digitalen Werkzeugen getestet hatte.

„Wir haben den Nivus zu einhundert Prozent mit digitalen Prozessen konstruiert — unter anderem mit der Technologie von ESI, ohne dass ein einziger physischer Prototyp montiert werden musste. Darüber hinaus hilft uns diese Lösung durch die drastische Reduzierung der Entwicklungszeit, alle unsere verschiedenen Teams aus unterschiedlichen Abteilungen (Design, Engineering, Marketing, Produktion, usw.) in einen gemeinsamen Entscheidungsprozess zu integrieren. Es war ein effizienterer, aber auch wesentlich kollaborativerer Prozess“, erklärt Francisvaldo Gomes Aires, Prototyping Development Manager bei Volkswagen do Brazil.

Virtuelle Realität: Ein großer Vorteil in der Covid-19-Pandemie

ESI hat gezeigt, dass es selbst dann, wenn externe Einflüsse die Designphase beeinträchtigen, in diesem Fall durch Covid-19, es möglich ist, das Projekt ohne nennenswerte Verzögerungen fortzusetzen. Man muss sich nicht mehr allein auf die physische Realität verlassen. Dies eröffnet die Option, zum Nutzen des Projekts durch Digitalisierung und virtuelle Technologien die Zukunft zu erfahren.

„Es hat ein Wandel in der industriellen Produktion stattgefunden. Zum ersten Mal sind alle Phasen einer Fahrzeugfreigabe vor der effektiven Produktion vollständig virtuell durchgeführt worden, was die Produktion auch in Covid-19-Zeiten ermöglicht. Indem wir Volkswagen die Werkzeuge und Prozesse bereitgestellt haben, alle Design- und Fertigungsentscheidungen virtuell zu treffen, haben wir ihnen geholfen, schneller, billiger und nachhaltiger zu produzieren. Spezieller Dank gilt dabei der starken Projektunterstützung durch unser brasilianisches Team und der engen Zusammenarbeit zwischen ESI Brasilien und Volkswagen do Brazil. Wir alle sind stolz darauf, gemeinsam mit Volkswagen und seinen Partnern Teil dieser Weltpremiere zu sein“, resümiert Andreas Renner, Volkswagen Global Account Manager – ESI Group.

Bild: Volkswagen do Brazil hat den Nivus im Juni 2020 in eine Live-Übertragung in rund 60 Ländern vorgestellt. Bildquelle: Volkswagen do Brazil

Weitere Informationen: https://www.vwnews.com.br/news/556 und https://www.esi-group.com/products/virtual-reality

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