10.05.2016 – Kategorie: IT

Flexibles Smartphone mit 3D-Display

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Das von Forschern am Human Media Lab der Queen’s University entwickelte Smartphone namens HoloFlex kann 3D-Bilder mit Bewegungsparallaxe und Stereoskopie für mehrere Betrachter gleichzeitig rendern. Tracking oder VR-Brillen sind dafür nicht erforderlich. Außerdem ist es flexibel.

Die Forscher am Human Media Lab der Queen’s University haben das erste holografische, flexible Smartphone entwickelt. Das Gerät namens HoloFlex kann 3D-Bilder mit Bewegungsparallaxe und Stereoskopie für mehrere Betrachter gleichzeitig rendern. Trackinglösungen oder VR-Brillen sind daher nicht erforderlich. Das HoloFlex verfügt über ein Full-HD-FOLED-Touchscreen-Display (Flexible Organic Light Emitting Diode) mit einer Auflösung von 1’920 x 1’080 Bildpunkten. Die Bilder werden in 12 Pixel umfassende kreisförmige Blöcke in verschiedenen Ansichten des 3D-Objekts gerendert und anschließend durch eine 3D-gedruckte flexible Folie, bestehend aus 16’000 Fischaugen-Linsen, projiziert. Das so entstehende Bild mit einer Auflösung von 160 x 104 Bildpunkten ermöglicht es Anwendern, ein 3D-Objekt aus jedem denkbaren Winkel zu betrachten, einfach durch Drehen des Smartphones. 

HoloFlex ist darüber hinaus mit einem Biegungssensor ausgestattet. Die Anwender können das Gerät biegen und damit Objekte entlang der Z-Achse des Displays bewegen. Das Smartphone wird von einem 1,5 GHz-Qualcomm-Snapdragon-810-Prozessor angetrieben und verfügt über 2 GByte Speicher. Als Systemsoftware kommt Android 5.1 zum Einsatz, für die Grafik sorgt eine Adreno 430 GPU, die OpenGL 3.1 unterstützt. Die Manipulation von 3D-Objekten durch Biegen des Geräts könnte sich zum Beispiel für den 3D-Druck als nützlich erweisen. Über den Touchscreen lassen sich Objekte in der X- und Y-Achse verschieben, während durch das Verformen des Displays Bewegungen der Objekte in der Z-Achse möglich sind. Durch den großen Blickwinkel können mehrere Benutzer das 3D-Modell gleichzeitig von verschiedenen Standpunkten aus betrachten. 

Mit dem Einsatz einer Tiefenkamera sind auch holografische Videokonferenzen denkbar. Wenn das Display gebogen wird, treten die Anwender gleichsam aus dem Bild heraus und können sogar um einander herumblicken, mit aus allen Blickwinkeln korrekt gerenderten Gesichtern. HoloFlex lässt sich außerdem für holografische Spiele nutzen. In Angry Birds könnte man beispielsweise das Display zusammenquetschen, um die Gummischleuder zu spannen. Das Gerät wurde an der ACM CHI 2016 in San Jose vorgestellt. Die Arbeiten wurden von Immersion Canada Inc. und dem Natural Sciences and Engineering Research Council of Canada (NSERC) unterstützt. 

 

Literatur: Gotsch, D., Zhang, X., Burstyn, J. and Vertegaal, R. HoloFlex: A Flexible Holographic Smartphone with Bend Input. In  Extended Abstracts of ACM CHI’16 Conference on Human Factors in Computing Systems. ACM Press, 2016.


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