Interaktives VR-Prototyping für die Automobilbranche

Die Entwicklung von Prototypen und Modellen ist für Autohersteller mit immensen Kosten verbunden. Eine Möglichkeit, Prozesse schlanker, kostengünstiger und zeiteffizienter zu gestalten, bietet Virtual Reality. Statt dabei wie bisher die Entwicklerperspektive in den Fokus zu rücken, stellt die internationale Designfirma Goodpatch mit dem eigens in Berlin entwickelten VR-Tool Athena das Anwendererlebnis in den Mittelpunkt.

Das in Japan gegründete Unternehmen mit Standorten in Tokio, Berlin, München und Paris unterstützt damit Autohersteller auf dem Weg in die Zukunft des interaktiven, vernetzten Automobils.

Das VR-Tool Athena ermöglicht für die Entwicklung das virtuelle Erleben rund um das vernetzte Auto und das direkte Testen dieser in einer immersiven Umgebung. Als digitaler Prototyp können neue Lösungen umgehend in einer virtuellen Realität auf Herz und Nieren getestet und nachgebessert werden. Mit Athena könnten Automobilhersteller so ihre Konzeptphasen beschleunigen und teuren Fehlern durch digitale Vorabtests vorbeugen. Sie erhalten unmittelbar Aufschluss über die Eignung und Praktikabilität ihrer Anwendungen. Dadurch werden die Design- und Produktentwicklungsprozesse effizienter gestaltet sowie die Innovationskraft durch Ressourcenschonung gestärkt. Außerdem können Autohersteller auf diese Weise umfangreiche Erkenntnisse über die Bedürfnisse ihrer Kunden gewinnen.

Mit der Veröffentlichung des neuen VR-Tools untermauert Goodpatch seinen Anspruch, Wegbereiter für die Mobilität der Zukunft zu sein. Zu den Kunden von Goodpatch zählen bereits die Renault-Nissan-Mitsubishi Alliance sowie mehrere deutsche Automobilhersteller.

Digitales Tool für Weiterentwicklung analoger Fahrerlebnisse

Mit Athena tauchen die Anwender virtuell in die Realität ihrer späteren Kunden ein. Die Umgebungen und Szenarien sind individuell konfigurierbar, um die perfekte Simulation für den jeweiligen Testfall zu erstellen. Innerhalb der digitalen Simulationen kommen unterschiedliche Prototyping-Werkzeuge zur Anwendung. Dazu zählt zum Beispiel Live 3D-Drawing, um Bereiche zu definieren oder neue Komponenten „vor Ort“ zu zeichnen. Auf diese Weise lassen sich sofort Exterieur, Interieur oder auch Human-Machine-Interface- (HMI-) Details eines Fahrzeugs ausgestalten und testen. Innerhalb dessen kann aus einer Vielzahl von Sonderereignissen und Notsituationen gewählt werden, um die Prototypen unter bestimmten Bedingungen zu testen.

Goodpatch hilft seinen Kunden bei Bedarf dabei, ihre eigenen unternehmensspezifischen Szenarien zu entwerfen und weiterzuentwickeln. Der hohe Mehrwert des VR-Tools liegt in den Benutzertests. Anwender von Athena können ihre Produktlösung durch potenzielle Nutzer testen lassen, Erkenntnisse über die User Experience sammeln und so das Nutzerverhalten in Echtzeit analysieren. Das daraus gewonnene Feedback und detaillierte Analysemöglichkeiten zeigen, an welchen Stellen die Lösung noch überarbeitet werden muss, um den optimalen Anwendernutzen des Produkts sicherzustellen.

Plattform erhält weitere Features

Athena kann in drei Varianten zu verschiedenen Paketpreisen gebucht werden: als Messevorführung für Konferenzen und entsprechende Präsentationen, im Rahmen eines Workshops, zum Beispiel in Form von internen Weiterbildungsprogrammen oder als projektgebundene Lizenzierung für die Produktentwicklung an deren Ende die Fertigstellung eines digitalen Prototyps steht. Goodpatch selbst macht vor, wie digitale Wertschöpfung funktioniert: Produktneuheiten testen, kritisch hinterfragen und gemäß der User Experience weiterentwickeln. So wurden auch bei Athena bereits weitere Potenziale entdeckt, die jetzt in Angriff genommen werden. Derzeit arbeitet die digitale Designschmiede an neuen Features für ihr VR-Tool. So sollen zeitnah echte Städte der realen Welt als virtuelle Umgebungssimulation integriert werden.

Außerdem ist es geplant, dynamische Verkehrssysteme einzubringen und den Umgebungsverkehr auf individuelle Bedürfnisse konfigurierbar zu machen. Konkret sollen die Anwendungen der Kunden zum Beispiel unter wechselnden Straßenverkehrssituationen getestet werden können, wie etwa Berufsverkehr oder Staus.

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