Interieur-Design mit Mixed Reality

Die Planung und Einrichtung von Gebäuden ist ein hochkomplexer und zeitaufwendiger Prozess. Zusammen mit dem Spezialisten für Büro-Einrichtungen Steelcase entwickelt der Pforzheimer IT-Dienstleister medialesson eine neuartige Mixed Reality-Anwendung für Innenarchitekten, um diesen Prozess zu optimieren.

Die Einrichtung von Gebäuden reicht vom Erstellen erster Planungsskizzen über das Anfertigen von immer detaillierter werdenden Plänen und CAD-Modellen, oftmals ergänzt um reale 3D-Modelle, bis hin zu wiederholten Begehungen und Abstimmungen während der Umsetzungsphase. Dies kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. Fortwährende Umplanungen sind zumal an der Tagesordnung, da der sich vertiefende reale Eindruck der entstehenden Gewerke oftmals ursprüngliche Visualisierungen auf dem Papier oder Monitor widerlegt.

Zusammen mit Steelcase, mit über 3 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz der weltweit führende Spezialist für Büro-, Hochschul- sowie Krankenhauseinrichtungen und Experte für Raumlösungen, setzte medialesson nun eine holografische Anwendung für Innenarchitekten um, die genau an diesem Punkt ansetzt. Hierbei war es gleichermaßen von Vorteil, dass beide Firmen eine enge Partnerschaft mit Microsoft unterhalten: So entwickelt das schon vor 105 Jahren in den USA gegründete Unternehmen Steelcase technologiebasierte Arbeitsplatzlösungen auf Basis der Microsoft Azure IoT-Technologie und autorisierte einige ausgewählte unter den 800 Steelcase-Fachhändlern weltweit dazu, im Rahmen des Microsoft-Partnernetzwerks Microsoft Surface Hubs zu verkaufen. Der Microsoft Gold Partner medialesson entwickelt unter anderem seit Veröffentlichung der ersten HoloLens-Brillen Mixed Reality-Applikationen für Handel und Industrie und verfügt über profundes Azure Cloud-Know-how.

In der „Holofurnish“ genannten HoloLens-App werden Teile des Steelcase-Büromöbelprogramms als 3D-Hologramme mittels simpler Handgesten und Sprachbefehle frei in einem beliebigen Raum platziert. Hier erweist es sich als großer Vorteil, dass in der HoloLens im Gegensatz zu üblichen VR- und AR-Brillen, die einen abgeschlossenen Raumeindruck erzeugen, die reale Umgebung sichtbar bleibt. Nur die 3D-Objekte werden zusätzlich eingefügt. Zudem ermöglicht die vollautonome Arbeitsweise der Brillen, ohne dass dafür ein Rechner angeschlossen werden müsste, eine Bewegung in jedwedem Raum. Dieser wird automatisch von der HoloLens abgetastet, was eine Fixierung von Objekten ohne vorherige Raumkenntnisse erlaubt. Somit können Innenarchitekten und Raumausstatter für ihre Kunden im realen Objekt, etwa in einem Rohbau, einen pseudo-realen, räumlichen Eindruck der späteren Möblierung erzeugen.

Bild: Mitarbeiter von medialesson richten ihr Büro mit virtuellen Steelcase-Möbeln ein. Quelle: medialesson GmbH

  • Ein holografisches Steelcase-Objekt mit Menü-Optionen zum Vergrößern, Drehen und Löschen. Bild: medialesson GmbH
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