Maschinen mit Gedanken steuern

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Das ArtLab an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne EPFL präsentiert als das erste seiner Art das Experiment einer kognitiven Symbiose in Form einer künstlerisch-wissenschaftlichen Installation namens Mental Work. Das Denken steht im Mittelpunkt von Mental Work. Die Besucher erfahren, wie es sein könnte, allein durch Gedanken -- und ein gewisses Maß an Konzentration -- eine Maschine zu steuern.

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Das ArtLab an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne EPFL präsentiert als das erste seiner Art das Experiment einer kognitiven Symbiose in Form einer künstlerisch-wissenschaftlichen Installation namens Mental Work. Das Denken steht im Mittelpunkt von Mental Work. Die Besucher erfahren, wie es sein könnte, allein durch Gedanken — und ein gewisses Maß an Konzentration — eine Maschine zu steuern.

Darüber hinaus werden die anonymisierten Gehirnströme der Wissenschaftsgemeinde zugänglich gemacht, damit dieser kognitive Schnittstellen verbessern kann. Mental Work soll auch die Beziehung zwischen Mensch und Maschine hinterfragen, und wie sich diese Beziehung mit dem technischen Fortschritt weiter entwickeln könnte. Das Projekt stellt die industrielle Revolution der bevorstehenden kognitiven Revolution gegenüber, die Mensch und Maschine in einer Symbiose verbinden soll.

„Wir möchten eine gesellschaftliche Debatte anstoßen“, sagt José Millán, EPFL Neuro-Engineer und Mitbegründer des Projekts. „Diese kognitive Revolution, die bald kommen wird, könnte verschiedene Formen annehmen. Welche davon würden die Menschen sehen wollen? Welchen Stellenwert, wenn überhaupt, nehmen Mensch-Maschine-Schnittstellen in einer zukünftigen Wissensgesellschaft ein, auf die wir uns zubewegen?“

Das EPFL-Verfahren entziffert Hirnströme für Mental Work

An der EPFL entwickelt Millán Mensch-Maschine-Schnittstellen, in erster Linie Robotersysteme, welche die Absicht von Menschen umsetzen. Dazu braucht es ein Verfahren, das die elektrische Aktivität des Gehirns erfasst und entschlüsselt, um die beabsichtigte Aufgabe zu entziffern. Die Anwendungen reichen von der Unterstützung von körperlich Behinderten mit intakter Denkfähigkeit bis hin zur Verbesserung unserer alltäglichen Interaktionen mit Maschine oder auch zur Vorbeugung geistigen Verfalls. Die Absichten einer Person über die elektrische Aktivität des Gehirns zu entziffern ist möglich, weil die Neuronenaktivität organisierte Muster aufweist.

Wie das Gehirn Informationen verarbeitet, ist immer noch wenig verstanden. Die elektrische Aktivität lässt sich immerhin nicht-invasiv messen, indem man Elektroden am Kopf platziert. Bestimmte Gedanken führen zu unterschiedlichen Mustern der elektrischen Aktivität, aber das Signal ist verrauscht. Millán entwickelt Algorithmen, die das Rauschen filtern, um diese Muster zu finden, und er hat die Technologie für Mental Work bereitgestellt. Mit dem Kunstobjekt Mental Work wolle man ein groß angelegtes Experiment zu Mensch-Maschine-Schnittstellen starten, was heiße, dass Personen Maschinen durch die Modulation ihrer Gehirnströme steuern könnten. Die gewonnenen anonymisierten Daten würden der Wissenschaft bereit gestellt. Die Besucher erhalten einen mit Elektroden bestückten Helm und sollen sich dann vorstellen, beide Hände zu schließen, ohne dies realiter zu tun, oder diese einfach zu entspannen.

Dazu braucht es etwa 15 Minuten Training, damit die EPFL-Algoritmen die beiden Muster — geschlossene resp. entspannte Hände — erkennen können. Diese Gedanken lassen sich dann als Befehle verwenden, um über einen Computer eine Maschine zu steuern.

Die Mental Work-Fabrik

Die Maschinen von Mental Work ähneln einer Science-Fiction-Auffassung des Räderwerks historischer Lokomotiven mit sichtbaren Antrieben und beweglichen Teilen, die auf Hochglanz verchromt sind. Jonathon Keats, Künstler, Philosoph und Mitgründer von Mental Work hat die Maschinen erdacht und mit der Unterstützung von EPFL-Technikern und von Industriepartnern aus der Umgebung von Lausanne verwirklicht.

Keats erklärt, dass die industrielle Revolution ein gefährlicher geschichtlicher Zeitraum gewesen sei, ganz besonders für die Arbeiter, die ein Augenblick der Unaufmerksamkeit eine Hand hätte kosten können. In der kognitiven Revolution stehe möglicherweise noch mehr auf dem Spiel. Man sei zwar nicht mehr physisch mit der Maschine verbunden, können sich aber in Gedanken verlieren.

Mental Work-Mitbegründer und Chief Business Officer Michael Mitchell sieht die Gefahr, dass das Gehirn durch immer intelligentere Maschinen ersetzt werden könnte. Man wolle den Menschen und seines Geisteskraft wieder in den Mittelpunkt der technischen Entwicklung stellen, und daher setze man auf Mensch-Maschine-Schnittstellen.

Eine Schweizer Erfahrung

Mental Work ist ein echtes künstlerisch-wissenschaftliches Experiment. Es wurde an der EPFL in Zusammenarbeit von José Millán, Jonathon Keats und Michael Mitchell sowie der in Lausanne ansässigen Agentur Paperboy entwickelt und umgesetzt. Das Kunstobjekt basiert auf der Mensch-Maschine-Technologie der EPFL und den Maschinen, die in den EPFL-Werkstätten von Konstrukteuren erschaffen wurden. Die für den Besuch ab 27. Oktober bis zum 12. November erforderliche Registrierung erfolgt über die Website www.mentalwork.net

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