07.09.2011 – Kategorie: IT, Management

Neue Studien: VR für Therapie bei Schlaganfällen

59318

Untersuchungen legen nahe, dass Schlaganfallpatienten mit Hilfe von Virtual Reality-Anwendungen im Vergleich zu Patienten ohne VR-Unterstützung schneller die volle Funktionsfähigkeit der Arme wieder erlangen und Routine-Handlungen ausführen können. Die Ergebnisse wurden in The Cochrane Library publiziert.


Virtual-Reality-Schnittstellen erlauben es, in eine Computer-generierte Umgebung einzutauchen. Die meisten kennen dies in Form von Videospielen, aber diese Schnittstellen haben auch therapeutisches Potenzial. „Virtual Reality und interaktive Videospiele könnten im Vergleich zu traditionellen Therapien einige Vorteile haben, denn sie ermöglichen es, alltägliche Aufgaben einzuüben, die im Krankenhaus nicht geübt werden können“, sagt die Leiterin der Studie, Kate Laver, die am Department of Rehabilitation and Aged Care an der Flinders University in Adelaide, Australien, arbeitet.


In Zusammenarbeit mit Forschern aus Australien und den USA hat Laver die internationale Literatur nach Beispielen durchsucht, die den therapeutischen Einsatz von VR mit einer Standardtherapie vergleichen. Danach haben 19 Versuche mit insgesamt 565 erwachsenen Schlaganfallpatienten stattgefunden. „Aus den Daten Schlüsse zu ziehen, erwies sich als schwierig, weil die Stichproben im Allgemeinen klein waren, ein breites Spektrum von VR-Anwendungen zum Einsatz kam und viele verschiedene Daten ermittelt wurden“, führt Laver aus.


Nach dem Analysieren der Ergebnisse hat sich gezeigt, dass in sieben Studien mit insgesamt 205 Teilnehmern das Training mit VR im Vergleich zu einer konventionellen Therapie die Armfunktionen verbessern konnte. Außerdem ergibt sich aus drei anderen Studien mit 101 Teilnehmer, dass VR die Fähigkeit leicht verbessern kann, Alltagsaufgaben wie Duschen oder Anziehen zu bewältigen.


„Diese positiven Effekte stellten sich bald nach dem Ende der Behandlung ein, und es ist nicht klar, wie lange sie vorhalten“, sagt Laver.  


Ob durch VR oder Videospiele die Griffkraft oder das Gehtempoerhöht wurden, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Andererseits haben erfreulicherweise nur sehr wenige Personen, die VR-Technik verwendet haben, Schmerz, Kopfschmerzen oder Schwindel entwickelt.


 „Es sieht so aus, als ob Virtual Reality ein vielversprechendes, therapeutisches Werkzeug werden könnte, aber wir brauchen viel mehr Informationen, um herauszufinden, welche Aspekte der VR die wichtigsten sind und wie lange die Effekte wirken“, sagt Laver.


Teilen Sie die Meldung „Neue Studien: VR für Therapie bei Schlaganfällen“ mit Ihren Kontakten:


Scroll to Top