03 2012

Virtual Reality Magazin 2012/03

Ein Riesenspektakel: Soeben hat Volkswagen den von so manchem schon heiß herbeigesehnten neuen Golf enthüllt. Ein designerisches Wagnis sind die Wolfsburger bei der siebten Auflage des Klassikers allerdings nicht unbedingt eingegangen, so viel ist schon mal klar. Doch unter der Haube finden sich einige Schmankerl, die das Fahren noch einfacher und sicherer machen sollen: die Multikollisionsbremse etwa oder die Progressivlenkung und ein Parkassistent, der das Navigieren in noch kleinere Lücken als bisher gestattet. Ein bisschen an Länge zugelegt hat der Golf zumal, und dank niedrigerem Dach und gewachsener Breite scheint er satter auf der Straße zu liegen. Kurz: Ein grundsolider, hier und da gegenüber dem Vorgänger verbesserter PKW. Ersetzen Sie den Golf durch ein x-beliebiges neues Modell von BMW, Daimler oder Audi, und all das stimmt genauso. Die deutsche Autoindustrie scheint sich prima in der Kontinuität eingerichtet zu haben. Spritpreise, Krise, Umwelt – egal, eisern wird an durchzugsstarkem Verbrennungsmotor und Design mit hohem Wiedererkennungswert festgehalten. Der Golf, findet denn auch VW-Chef Winterkorn, gebe die Richtung für den Industriestandort Europa vor.

Nur nichts riskieren? Was die Kunden den Autobauern vielleicht bald nicht mehr abkaufen werden – und sie fangen schon an damit –, ist dagegen in der Fahrzeugentwicklung ein unerlässliches Prinzip. Gerade Virtual-Reality-Lösungen und -Verfahren tragen dazu bei, Entwicklungsentscheidungen schon frühzeitig eine sichere Grundlage zu geben. Simulationen mechanischer Eigenschaften oder die realitätsnahe Visualisierung des zu fertigenden Fahrzeugs fließen heute nicht nur in die Fabrikplanung mit ein, sie erweisen sich auch in Vertrieb und Service als hilfreich. Wie das in der Praxis aussieht und was die Trendthemen Mobile Computing und Cloud damit zu tun haben, dazu können sich Besucher auf dem Virtual Efficiency Congress vom 20. bis 21. September in der Schwabenlandhalle in Fellbach informieren. Oder vorab auch schon hier im Heft.

Ach ja, der Industriestandort: Im Kreis Pinneberg nimmt gerade der erste vollelektrisch angetriebene Bus den Liniendienst auf. Gebaut in China.

Andreas Müller, Leitender Redakteur

Themenhighlights

Kultur:
Bitte mitmachen: Wie Rockheim Geschichte schreibt
Architektur:
Augmented Reality auf der Baustelle
Forschung:
VR-Navigation mit der Microsoft Kinect

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags