Projekt FAIR: Anwendungszenarien interaktiver OLED-Datenbrillen

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Im vom BMBF geförderten Projekt FAIR werden Anwendungsszenarien für die interaktive Datenbrille entwickelt, die auch auf der AWE 2013 ausgestellt wird.

Fraunhofer COMEDD stellt auf der Augmented World Expo in Santa Clara seine interaktive OLED-Datenbrille aus. Die Möglichkeit, Dateninhalte per Blick mit den Augen zu steuern ohne Hände oder Sprache zu benutzen, faszinierte eine Vielzahl potenzieller Anwender und die Wissenschaftler bekamen Anfragen aus unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen. Das Ziel der Arbeiten am Fraunhofer COMEDD ist es, diese revolutionäre Technologie gemeinsam mit Partnern in möglichst viele Produkte zu überführen. So können kunden- und anwendungsspezifische OLED-Mikrodisplays mit passenden Farben und entsprechender Auflösung der Display- und auch der Kamerafunktion im Mikrochip entwickelt werden. Doch ein Chip macht noch keine Brille! Bis zu einem fertigen Produkt sind noch viele weitere Komponenten zu entwickeln. Um hier ein großes Stück voran zu kommen, wurde das vom BMBF geförderte Verbundprojekt FAIR gestartet. Es widmet sich konkret der Unterstützung körperlicher Funktionen durch „hand-free Anwendungen in Erweiterter Realität“ – kurz FAIR.

Innerhalb des Verbundprojektes werden Demonstratoren für neuartige Mensch-Maschine-Interaktion entwickelt. Bei dieser visionären Schnittstelle handelt es sich um ein Display – ähnlich wie eine Brille – auf dem Informationen dargeboten werden. Die Steuerung und Interaktion des Displays erfolgt über Blickbewegungen. Auf diese Weise lassen sich dargestellte Anzeigeelemente nicht nur anschauen sondern bieten gleichzeitig Möglichkeiten zur Interaktion. Mittels Blick kann der Nutzer somit verschiedene computergesteuerte Aktionen auslösen. Die Arbeiten in FAIR konzentrieren sich zunächst auf drei spezielle Szenarien: ein Assistenz- und Interaktionssystem für Menschen mit Behinderungen, eine innovative Mensch-Maschine-Schnittstelle im Entertainment-Bereich sowie eine Informations- und Augmented-Reality-Schnittstelle in industriellen Wartungsszenarien.

Um die gesteckten Ziele des Verbundprojekts FAIR zu erreichen, arbeiten Forschungseinrichtungen gemeinsam mit Firmen an der Entwicklung von Hardware und Software sowie den angedachten Anwendungen. Die Firma Interactive Minds Dresden GmbH ist Projektkoordinator und gleichzeitig für die Programmierung von Schnittstellen und Anwendungssoftware zuständig. Das Fraunhofer COMEDD arbeitet an der Entwicklung von Hardware und Software der grundlegenden Display- und Eyetracking-Funktionen. Die Trivisio Prototyping GmbH beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Optimierung der OLED-Datenbrille für die in FAIR adressierten Anwendungen. Die Professur für Ingenieurpsychologie und angewandte Kognitionsforschung der TU Dresden beschäftigt sich mit der Evaluierung und Optimierung der blickbasierten Mensch-Maschine-Schnittstelle. Die Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus untersucht Assistenzszenarien für Patienten, die an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt sind. Das KMU Mecotec erstellt und evaluiert Anwendungen der Datenbrille für die Wartungstechnik im Drucksensorbereich.

Dr. Rigo Herold, Systemdesigner am Fraunhofer COMEDD, freut sich über die Projektförderung: „Nachdem wir das Basissystem der interaktiven OLED-Datenbrille entwickelt haben, können wir jetzt den flexiblen Einsatz des Systems in verschiedenen Anwendungsbereichen demonstrieren.“

Die Projektpartner danken dem BMBF für die Förderung des Vorhabens (FKZ: 16SV5842).

Für die Entwicklung von OLED Datenbrillen bietet Fraunhofer COMEDD sogenannte Evaluation-Kits (Entwicklungsumgebungen) an, die auf der Augmented World Expo 2013 vor Ort ausprobiert werden können.

 

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