Tauchgang in VR: Schiffswrack wird zum versunkenen Schatz

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Ein australischer Archäologe hat Islands ältestes bekanntes Schiffswrack mit Hilfe einer 3D-Rekonstruktion wieder auferstehen lassen.
Schiffswrack, Rekonstruktion der Melckmeyt

Quelle: John McCarthy

Ein australischer Archäologe hat Islands ältestes bekanntes Schiffswrack mit Hilfe einer 3D-Rekonstruktion wieder auferstehen lassen.

John McCarthy, Doktorand an der Flinders University in Adelaide, hat einen Virtual-Reality-Tauchgang für das holländische Handelsschiff Melckmeyt entwickelt, das vor einem isländischen Riff am 16. Oktober 1659 gesunken ist. Das gut erhaltene Schiff wurde 1992 nahe der Insel Flatey entdeckt, und 2016 hat Kevin Martin, ein Meeresarchäologe, das Schiffswrack detailreich in 3D erfasst.

Die voll beladene Melckmeyt (Milchmädchen), zum Auslaufen bereit, musste einen schweren Sturm vor Anker abwettern. Zwei Tage lang kämpfte die Mannschaft um das Schiff, doch ihre Bemühungen waren letztlich vergebens, und ein Seemann verlor sein Leben. Das Schiff sank und die Überlebenden sollen den Winter über auf der Insel Flatey geblieben sein.

McCarty nutzte die Daten von Martin und ein in Rotterdam gescanntes Modell, um damit einen virtuellen dreieinhalbminütigen 360-Grad-Tauchgang zu entwickeln, die Besucher durch die 33 Meter langen Überreste und eine Rekonstruktion der Melckmeyt führt.

Gegenüber Isaac Schultz von Atlas Obscura bezeichnet McCarthy das Szenario als 2,5 D, weil eine noch immersivere 3D-Version viel Rechenleistung erfordert und damit die Zugänglichkeit eingeschränkt hätte.

3D-Scans vom Schiffswrack in einem einzigen Tauchgang

McCarthy und die Meeresarchäologen der Universität Island bedienten sich aktueller virtueller Verfahren und der Photogrammetrie, um das Schiff neu zu modellieren und zu animieren. 3D-Technologien seien erst im letzten Jahrzehnt praktikabel geworden, und sie haben die Arbeitsweise von Meeresarchäologen grundlegend verändert, so McCarthy. „Wir können nun mit Kameras tauchen und 3D-Scans eines Schiffswracks in einem einzigen Tauchgang aufnehmen.“ Die VR-Modellierung erlaube es jedem, die Verhältnisse vor Ort auf Youtube zu erkunden.

Archäologie bedeutet für McCarthy, die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und sie zu ermutigen, sich mit ihrem eigenen Kulturerbe zu beschäftigen. Die Leute auf der Insel könnten nun das Schiff erstmals sehen.

3D-Scan des Schiffswracks der Melckmeyt
3D-Scan des Schiffswracks. Bild: John McCarthy

Robuste Bauweise als Walfangschiff

Das Schiff wurde ursprünglich als Walfangschiff gebaut (eine Fleute), dann aber als Schmugglerschiff von niederländischen Kaufleuten genutzt, um das dänische Handelsmonopol zu unterlaufen. „Wir wussten beispielsweise, dass ein Walfangschiff bestimmte Eigenschaften haben musste“, sagt McCarthy.

„Ihm fehlen einige der Verzierungen anderer niederländischer Schiffe dieser Zeit, weil es unter derart rauen Verhältnissen funktionieren musste. Dinge wie ein Schiffsschnabel wären einfach abgebrochen, und es musste diese sehr solide, angepasste Bauweise haben.“ Sogar das Gemälde am Heck basiere auf einem zeitgenössischen Vorbild, Vermeers berühmter Dienstmagd mit Milchkrug, ein Jahr vor dem Schiffbruch entstanden.

Virtueller Tauchgang zur Melckmeyt
John McCarthy hat einen VR-Tauchgang zur Melckmeyt entwickelt. Das Schiff sank 1659 vor der isländischen Küste. Bild: John McCarthy

Die Animation ist derzeit zum 360. Jahrestag des Schiffbruchs im Reykjavik Maritime Museum zu sehen.

Video: https://www.youtube.com/watch?time_continue=204&v=hovKu1bi7kA

Bild oben: Dieses Modell der Melckmeyt half John McCarthy, ein VR-Modell des gesunkenen niederländischen Schiffs, das 1659 vor der isländischen Küste sank.

Hier erfahren Sie mehr über die 3D-Rekonstruktion eines Hauses im antiken Pompeji.

Lesen Sie auch: „Arktisches Abenteuer: 3D-Lernprogramm über Yupi’k-Eskimos“.

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